Ambulante Seeds-Brachytherapie – schonende Therapieform bei Prostatakrebs im Frühstadium

Prostatakrebs ist mittlerweile die häufigste bösartige Erkrankung beim Mann. In Deutschland wird jährlich bei über 58.000 Männern ein Prostatakarzinom diagnostiziert; rund 11.000 sterben an dieser Erkrankung. Je früher der Krebs erkannt wird, beispielsweise im Rahmen der Krebsfrüherkennung durch den so genannten PSA-Test, desto größer sind die Heilungschancen. Es gibt für Patienten mit Prostatakrebs verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, eine davon ist die Seeds-Brachytherapie.     

Die Seeds-Brachytherapie (seed = engl.: Samenkorn, brachys = griech.: nah/kurz) ist im Frühstadium von Prostatakrebs eine sanfte Alternative zur operativen Entfernung der Prostata. Bei dieser Methode werden reiskorngroße radioaktive Mini-Implantate, Seeds, unter Narkose in der Prostata plaziert. Dort verbleiben sie und geben ihre radioaktive Strahlung über mehrere Monate ab. „Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die vorausberechnete Strahlendosis direkt auf die Krebszellen verabreicht wird. Das vermindert das Risiko, dass umliegende Organe wie die Blase oder der Darm in Mitleidenschaft gezogen werden“, erklärt der Bochumer Urologe Dr. Michael Schröter, der die Seeds-Brachytherapie ambulant am Grönemeyer Institut für Mikrotherapie im Technologiezentrum Ruhr der Stadt Bochum durchführt. „Zudem sind unangenehme Nebenwirkungen wie Impotenz und Harninkontinenz im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden deutlich geringer.“

In den USA ist die Seeds-Brachytherapie seit vielen Jahren etabliert. Seit Ende der 90er Jahre wird dieses Verfahren auch in Deutschland mit Erfolg angewandt, allerdings wird es fast ausschließlich stationär angeboten. Die Anwendung modernster Planungs- und Behandlungstechnik garantieren höchstes Qualitätsniveau. Die Operation dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. Der Patient kann in den meisten Fällen noch am Tag der Operation wieder nach Hause zurückkehren und sich dort erholen.

Die Therapie eignet sich nicht für jeden Patienten. „Die Indikation dafür stellen wir sehr eng“, sagt Dr. Schröter. „Wenn der PSA-Wert zu hoch, der Tumor zu aggressiv oder die Prostata zu groß ist und der Patient bereits Schwierigkeiten beim Wasserlassen hat, kann das Verfahren nicht angewandt werden. Im Frühstadium der Erkrankung aber kann man den Patienten mit diesem organerhaltenden minimalinvasiven strahlentherapeutischen Verfahren sehr schonend und trotzdem kurativ behandeln.“

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