Tabuthema Hämmorrhoiden

Fast jeder zweite Erwachsene leidet irgendwann in seinem Leben unter Hämmorrhoiden, Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Hämmorrhoiden hat jeder Mensch, doch keiner spricht gern über die lästigen unangenehmen Beschwerden. Es ist ein Tabuthema.

Hämmorrhoiden sind Schwellkörper, die aus einem Geflecht von Arterien und Venen bestehen und ein wichtiger Bestandteil des Analkanals sind. Zusammen mit den Schließmuskeln des Afters halten sie den Darmausgang verschlossen, so dass ein willkürklicher Stuhlabgang und das Austreten von Gasen und Darmflüssigkeit ausgeschlossen wird. Zur Erkrankung werden sie, wenn sie dauerhaft vergrößert sind und Beschwerden wie Jucken, Brennen und Nässen verursachen oder wenn sich hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier befindet. Da es sich bei Beschwerden im Afterbereich auch um eine andere Erkrankung handeln kann, ist es ratsam, einen Enddarm-Spezialisten, den Proktologen aufzusuchen und ihm die Symptome zu schildern. Der Facharzt wird dann eine gründliche Untersuchung durchführen, bei der Analkanal und After abgetastet werden. Eine Enddarmspiegelung kann ebenfalls zur Aufklärung dienen.

Auslöser und Entfernungsmethoden

Auslöser von Hämmorrhoiden können Bewegungsmangel, langes Sitzen und ungesunde Ernährung sein. Auch die psychische Verfassung des Einzelnen scheint eine Rolle zu spielen, da Personen, die stark unter Stress stehen, vermehrt an Hämmorrhoiden leiden. Hämmorrhoiden werden häufig auch durch Schwangerschaft oder starkes Pressen beim Stuhlgang sowie durch chronische Verstopfung hervorgerufen. Je nachdem, wie starkt die Hämmorrhoiden ausgeprägt sind, werden operative und nicht operative Entfernungsmethoden angewandt. Zu den nicht operativen Entfernungsmethoden zählen unter anderem Veröden, Vereisen, Abbinden. Dr. Hans-Peter Peters favorisiert die Infrarotbehandlung. "Mit Hilfe von Infrarotlicht wird die Hämorrhoide stark erhitzt. Die Wärme dringt etwa drei Millimeter in das Gewebe ein, verschorft dort die Blutgefäße, und die Blutzufuhr zu den Hämoorhoiden ist gedrosselt.", erklärt der Bochumer Urologe.

Eine weitere schonende Methode ist die so genannte Gummibandligatur. " Bei diesem Verfahren wird ein Gummiband über die Hämmorrhoide gestülpt. Dadurch wird die Durchblutung unterbrochen und der Knotenstirbt ab", erläutert Dr. Peters. Beide Methoden können ambulant und ohne Narkose durchgeführt werden und sind als Kassenleistung anerkannt.

Vorbeugung:

Auch wenn eine erhebliche Veranlagung für die Entstehung von Hämmorrhoiden vorliegen sollte, gibt es einige Verhaltensregelen, die vor Hämmorrhoiden schützen:

  • Für eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung sorgen
  • Reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen - mindestens zwei Liter täglich
  • Möglichst auf Abführmittel verzichten, natürliche Verdauungshilfen wie Leinsamen, Weizenkleie etc. ausgeschlossen
  • Auf eine gute Analhygiene achten
  • Sich möglichst viel bewegen

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